Yoga-Glossar
Im Yoga begegnen uns viele Sanskrit‑Begriffe, Namen, Texte und Konzepte – und oft werden sie je nach Schule unterschiedlich verwendet. Dieses Glossar schafft Orientierung: Wir erklären zentrale Begriffe verständlich und ordnen sie so ein, dass du sie in deiner Praxis und im Unterrichten sicher anwenden kannst.
Wir schreiben aus der Perspektive der Krishnamacharya‑/Desikachar‑Tradition (Viniyoga) und achten auf klare, überprüfbare Aussagen.
Du findest in jedem Eintrag:
- eine klare Definition (zum schnellen Nachschlagen),
- Hintergrund (Herkunft, Kontext, Textstellen),
- Bedeutung für die Praxis (was heißt das konkret im Üben/Unterrichten?),
- Literatur (als verlässliche Grundlage),
- verwandte Begriffe zum Weiterlernen.
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Abhyāsa
Abhyāsa bezeichnet im Yoga die kontinuierliche, engagierte Ausrichtung der Praxis. Es meint beständiges Üben über Zeit – mit Klarheit, Geduld und innerer Stabilität.
Achtsamkeit (Mindfulness)
Achtsamkeit beschreibt eine bewusste, nicht-wertende Wahrnehmung des gegenwärtigen Moments. Sie spielt in Meditation, Stressregulation und Gesundheitskontexten eine wichtige Rolle.
Adhikāra
Adhikāra bezeichnet im Yoga die individuelle Eignung oder Angemessenheit für bestimmte Inhalte oder Praktiken.
Ahimsa
Ahimsa steht im Yoga für Gewaltlosigkeit und achtsamen Umgang – mit anderen und mit sich selbst. Es gilt als ethische Grundlage jeder verantwortungsvollen Praxis.
Āsana
Āsana bezeichnet im klassischen Yoga eine stabile, angemessene Haltung. Es ist das dritte Glied des achtgliedrigen Yogawegs und dient der Vorbereitung von Körper und Geist.
Aṣṭāṅga Yoga
Aṣṭāṅga Yoga bezeichnet den achtgliedrigen Yogaweg nach Patañjali. Er beschreibt Yoga als systematische Schulung von Verhalten, Körper, Atem, Geist und Erkenntnis.
Bandha
Bandha bezeichnet im Yoga eine innere Halte- und Lenkungsqualität, die Atem, Prāṇa und Aufmerksamkeit integriert. Es ist kein isolierter Muskelakt, sondern ein funktionales Wirkprinzip.
Bhāvana
Bhāvana bezeichnet im Yoga die innere Haltung und Ausrichtung, mit der geübt wird. Sie prägt die Wirkung von Atem, Meditation und Asana entscheidend.
Bhrāmarī
Bhrāmarī ist eine Atemtechnik mit summendem Ausatem. Sie wirkt beruhigend auf Nervensystem und Geist und unterstützt innere Sammlung.
Bṛṃhaṇa
Bṛṃhaṇa beschreibt im Yoga ein aufbauendes, stärkendes Übungsprinzip. Es unterstützt Kraft, Stabilität und Regeneration in Phasen von Schwäche oder Erschöpfung.
Citta
Citta bezeichnet im Yoga das gesamte Feld von Geist, Denken, Wahrnehmung und Erinnerung. Es ist das zentrale Bezugssystem für Atem, Meditation und Praxiswirkung.
Citta-vṛtti
Citta-vṛtti bezeichnet im Yoga die Bewegungen und Muster des Geistes. Yoga zielt darauf, diese Vorgänge wahrzunehmen und zur Ruhe kommen zu lassen.